Wortbedeutung:

Der Name bezieht sich mit der Silbe SIT auf das zischende Geräusch, das während dieses Pranayamas erzeugt wird.


Ausführung

Setze dich in eine angenehme Sitzhaltung. Schließe die Augen und entspanne den ganzen Körper. Halte die Zähne zusammen. Trenne die Lippen und zeige die Zähne. Die Zunge liegt flach wie in ihrem normalen Zustand. Atme langsam und tief mit einem Zischlaut (sss) durch die Zähne ein. Schließe am Ende der Einatmung den Mund. Atme langsam und kontrolliert durch die Nase aus.


Fortgeschrittene Übung

Diese Übung kann auch mit Jalandhara Bandha, beim inneren Atemanhalten kombiniert werden. 1 oder 2 Sekunden Kumbhaka sind ausreichend.

Mögliche Wirkungen

Sie kühlt  Körper und Geist. Wichtige Hirnzentren, die mit naturgemäßen Trieben oder Instinkten und mit der Temperaturreglung in Verbindung stehen, werden beeinflusst. Mentale und emotionale Erregung kommen zur Ruhe, was einen freien Pranafluss im ganzen Körper fördert. Muskeln entspannen sich, mentale Gelassenheit breitet sich aus und ein gesunder Schlaf wird gefördert, wenn die Übung vorm Schlafengehen ausgeführt wird. Hunger und Durst können unter Kontrolle gehalten werden und es wächst ein Gefühl der Zufriedenheit, Bluthochdruck und Magenübersäuerung werden gelindert. Ebenso wirkt es lindernd bei Fieber- und Gallenbeschwerden, die Leber und Milz werden aktiviert. Hält die Zähne und Gaumen gesund.

Sitali wirkt sehr wohltuend für Frauen während der Periode und in den Wechseljahren, da sie eine große Erleichterung für die typischen Hitzewallungen verschaffen.

Vorsichtsregeln und Gegenanzeigen

Bei kalter Witterung und trockener Luft nur bedingt üben, da sonst die Rachemandeln zu sehr gereizt werden, was Halskratzen und sogar Halsentzündung hervorrufen kann. Sitali ist nicht geeignet bei niedrigem Blutdruck oder Störungen im Atemtrakt wie bei Asthma, Bronchitis oder bei übermäßiger Schleimabsonderung. Da sie die Aktivität der unteren Energiezentren herabsetzt ist sie bei chronischer Verstopfung ungeeignet.